Sprachförderung

Seit vielen Jahren machen immer wieder Untersuchungen zu Sprachdefiziten bei Kindern Schlagzeilen, die herausgefunden haben wollen, dass diese auf zu wenig Kommunikation in der Familie, fehlende soziale Kontakte und die Lieblingsbeschäftigung Fernsehen zurückzuführen sind. Die fehlenden Sprachkompetenzen seien auch einer der Hauptgründe für die mangelhaften Ergebnisse bei den PISA-Studien. Doch haben Kinder mit Sprachdefiziten wirklich einen familiären Hintergrund, in dem die Eltern sie auf dem Sofa vor dem Fernsehgerät parken und zu wenig mit ihnen reden? Zahlreiche Untersuchungen haben herausgefunden, dass die spezifischen Entwicklungsvoraussetzungen verantwortlich dafür sind, wenn ein Kind auch unter optimalen Bedingungen seine Muttersprache nicht ausreichend erwerben kann.

Die Aussage, dass Störungen in der Sprachentwicklung immer mehr zunehmen, konnte bisher nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Daher ist ein Zusammenhang zwischen den Defiziten und dem Fernsehkonsum oder dem Spielen am Computer nicht nachweisbar. Allerdings sollten Eltern bei Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung ihres Kindes frühzeitig reagieren. Denn entgegen vieler Annahmen gibt sich dieses Problem nicht zwangsläufig von selbst. Insbesondere Kinder mit frühen Sprachdefiziten sind gefährdet, später unter Lese-Rechtschreibproblemen zu leiden oder ganz allgemein schulische Lernprobleme auszubilden. Die Sprachkompetenz ist nicht nur Grundlage für die Kommunikationsfähigkeit, fehlende Kompetenzen können außerdem zu einer Intelligenzminderung führen. Daher ist es wichtig, den Wortschatz, das Sprachverständnis und die Kommunikationsfähigkeit des Kindes schon früh zu fördern.Später im Leben können Sprachreisen zur Förderung von Fremdsprachen eines Kindes beitragen.

Diese Sprachförderung sollte selbstverständlich kindgerecht, im Idealfall spielerisch, erfolgen. Die Wortschatzförderung können Eltern bequem am Abend mit ihrem Kind auf einem der modernen Möbel durchführen. Wichtig ist auch die Art und Weise, in der Sie sprachliche Fehler Ihres Kindes korrigieren. Pädagogen raten davon ab, das Kind mit einer Aussage wie „Das ist falsch!“ zu entmutigen. Besser ist es, die so genannte indirekte Korrektur anzuwenden, bei der man den Satz des Kindes aufgreift und mit dem korrigierten Wort wiederholt. Neben deutschsprachig aufwachsenden Kindern weisen auch Kinder mit Migrationshintergrund sprachliche Schwächen auf. Diese sollten ebenfalls frühzeitig therapiert werden, um den Kindern einen erfolgreichen Start in die Schulausbildung zu ermöglichen.